Dialog beim Kirchentag: evangelisch, katholisch, kommunistisch, muslimisch

von Wolfgang Thielmann

Christlich-muslimischer Dialog auf dem Kirchentag: Peter Schütt stellt sich vor. Ursprünglich war er Protestant. Um sich von seinen Eltern abzusetzen, wurde er katholisch. Dann gehörte er zu den Mitgründern der Deutschen Kommunistischen Partei und war lange Vorstand.

Das brachte dem „Hofdichter der DKP“ (so wurde er genannt, weil er für die Partei reimte) die erste Einladung zum Kirchentag ein: Dialog zwischen Christen und Marxisten. Die zweite Dialogrunde bestritt er, wie er berichtet, im Plattdeutschen Forum, denn er stammt aus Basbeck an der Niederelbe. Dann wurde er Muslim, und die DKP ging 1989 den Weg alles Irdischen, weil sie nur dank reichlichem Sponsoring durch die DDR hatte existieren können.

Jetzt, als Muslim, ist er zum dritten Mal auf dem Kirchentag. Und hofft, dass er nun den richtigen Weg gefunden hat. Am Ende bleibt er dann doch skeptisch: Wahrscheinlich sind es alle drei monotheistischen Religionen, die die Wahrheit transportieren. Der Iraner Said hat Schütt den „ewigen Konvertiten“ genannt.

Knapp fünfhundert Menschen hören Schütt freundlich zu und applaudieren ihm zum Schluss verhalten. Zwei Frauen tragen Kopftuch. Wieviel Muslime nehmen am Kirchentag teil? Geschäftsführer Hartwig Bodmann schüttelt den Kopf: „Verschwindend wenige“. Es gibt keine Zahl.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Dialog beim Kirchentag: evangelisch, katholisch, kommunistisch, muslimisch

  1. Alexander sagt:

    Lehrreicher Beitrag. Interessant, wenn man sowas auch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann.

  2. Bench Pink sagt:

    Wer Krieg predigt, ist des Teufels Feldprediger.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.