EHEC aus dem Kelch?

von Benjamin Lassiwe

In einem großen Kreis versammeln sich die Christen um den Altar. Einer hustet leise, ein anderer putzt sich noch einmal dezent die Nase. Sollen sie dennoch am Abendmahl teilnehmen? Übertragen sie nicht irgendwelche Krankheitskeime durch ihre Infektion? Auch in Zeiten von EHEC, der tödlichen Darmbazille, fragen sich das viele Gottesdienstbesucher. Und sie entscheiden sich dafür, die Oblate in den Wein zu tunken, um nicht von der Flüssigkeit im Kelch angesteckt zu werden.

Was aus Sicht des Robert-Koch-Instituts genau der falsche Weg ist. Auf eine Anfrage der Pommerschen Evangelischen Kirche (PEK) antwortete man wie folgt:

„Eine theoretische Übertragung des Erregers von EHEC-kontaminierten Händen beim Eintauchen der Oblate in den Wein und danach auf Dritte kann nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden. Zwar mag der Alkoholgehalt des Weines desinfizierend wirken, sicher ist dies aber nicht belegt. Neben der strikten Einhaltung der Händehygiene sollte unter dem Gesichtspunkt einer infektionshygienisch unbedenklichen Vorgehensweise derzeit auf das Eintunken der Oblate in den Wein durch die Gemeindemitglieder verzichtet werden. Bis der EHEC-Ausbruch beendet ist, sollte das Abendmahl besser durch Aufnahme der Oblate auf die Zunge und Trinken des Weins aus dem Becher erfolgen, da EHEC wohl nicht über den Speichel übertragen wird. Alternativ kann Wein auch aus Einmalbechern angeboten werden.“

Medizinisch gesehen, dürfte das richtig sein. Aber was sagt es eigentlich über den eigenen Glauben aus, wenn im christlichen Abendmahl eine so große EHEC-Gefahr gesehen wird, dass extra ein Gutachten beim Robert-Koch-Institut eingeholt werden muss? Es ist verdienstvoll, dass sich die Pommersche Kirche an dieser Stelle engagiert – noch verdienstvoller freilich wäre es, würde sich die Kirche auch für eine Steigerung der Abendmahlsspiritualität in den eigenen Kreisen einsetzen.

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3 Antworten auf EHEC aus dem Kelch?

  1. Träume sind Schäume

    Vor der Falle warnt die Schrift
    Die heilig war und fast noch ist
    Priester, die nicht mehr verstehn
    Riefen zwei, die nicht mehr wollten gehn
    Der eine lässt die größten Schleicher
    Nur auf Kosten andrer sich bereichern
    Und vom zweiten glaubt die Priesterschaft
    Er habe Großes gar geschafft
    Einen Garten will er bereiten
    Denen, die nicht sein Verbot bestreiten
    Doch als dann mit einemmal
    Zu sparsam war das Finanzkapital
    Wollte in diesem Jammertal
    Die Frucht auch genießen das Sachkapital
    Es ging dahin der Ackerbau
    Denn er war nicht ganz so schlau
    Er gab dem Investor, seinem Gott
    Und die Viehzucht war bankrott
    Schon ergossen sich die Fluten
    Auf alle, die nicht wollten bluten
    Doch wenn die lieben Priesterlein
    Entzaubert sind vom heiligen Schein
    Dürfen aus seligen Träumen erwachen
    Alle, die dann herzlich lachen
    Denn es steht doch in der Schrift
    Was des Geldes Sinn betrifft
    Und der heilige Geist nicht schwindet
    Wenn es im Umlauf sich befindet
    So kommt die Welt erneut in Schwung
    Durch die Geldumlaufsicherung

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:
    http://www.deweles.de/willkommen.html

  2. Tim sagt:

    Ich glaube ja, dass die Kirche generell größere Probleme hat als Ehec beim Abendmahl aber so oder so, sollten die Menschen auf Panik verzichten und elementare Hygienevorschriften befolgen, die auch ohne Epidemie in Kraft bleiben.

  3. Marcelo sagt:

    Hallo in Opera sieht dein Blog irgendwie kaputt aus.

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